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Gründe für ein neues Bildungsportal

Gründe für ein neues Bildungsportal

Bildungskontext.eu stellt sich vor…

 

Messestand von „Bildungskontext” und „Schulkritik” (didacta-Bildungsmesse)

… und zeigt neue Wege in der Bildungsdiskussion. Neue Wege? Klingt nach: „Schon wieder neue Ideologien und Reformansätze!”, „Die fünfundzwanzigste Aufwärmung von kaltem Kaffee!" oder gar „Die nächsten Spinner!”.

Wer die Vielzahl der mißglückten Versuche in den letzten 40 Jahren miterlebte und die heutige Situation betrachtet, hat entweder resigniert – oder aber genügend Überschuß an Energie geladen, um „Kritik mit Wirkung” zu üben: an dem unendlich erscheinende Drama – derzeit eher Komödie – mit seinen miserablen Schauspielern.

Die festgefahrene Bildungsmisere ist tägliches Thema in den Medien. Heute – wie schon vor Jahrzehnten – preisen die Verantwortlichen immer wieder neue Modelle und Ideologien als Heilmittel. Erfolg nach 45 Jahren Bildungs- und Schulreform: Schlechte Ergebnisse (Pisa-Studie, Schulformen, Lehrpläne, Integration, Chancengleichheit …) und eine Rechtschreibreform, deren Spätwirkungen schon für sich alleine erschreckende Unfähigkeit und Hilflosigkeit offenbaren. Einsicht? Fehlanzeige! Weiter so?

(Un-)Verantwortliche Politiker und Bürokraten belegen Tag für Tag, daß es in dieser Weise weitergeht. Politikverdrossenheit droht in Systemverdrossenheit (Infragestellung oder Nichtbeachtung demokratischer und gesellschaftlicher Normen) umzuschlagen. Die politische Antwort ist eine Zunahme staatlicher Bevormundung – Einschränkung der Freiheit!

Sackgasse?

Mittlerweile sind die Schriften-Berge über Bildung und Bildungsmisere von einem einzelnen Menschen nicht mehr zu bezwingen. Es darf vermutet werden, daß zu diesem Thema nahezu alles, was überhaupt gedacht werden kann, auch irgendwann geschrieben wurde. Politiker, Interessenverbände und selbst manche Journalisten suchen sich aus diesem Riesenpool heraus, was gerade passend oder interessant erscheint. Dies wird zwar in der Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen, führt aber nur selten zu Aktion und Reaktion. Und wenn, dann mangelt es an Erfolgskontrolle und am notwendigen Druck, um auch Zusammenhänge und Nebenwirkungen (Vernetzung) zu durchschauen und zu berücksichtigen oder anders ausgedrückt: um durchzublicken!

Und die Wissenschaften? Gerade hier, wo das vorhandene Datenmaterial seit langem bearbeitet und analysiert wird, übt man sich zumeist in vornehmer Zurückhaltung. Gehört und gefördert wird bevorzugt derjenige, dessen Forschung dem Zeitgeist entspricht – und der zudem das laute Trommeln beherrscht.

Bemühungen um Verbesserung sind auf kurzfristige Wirkung (Legislaturperiode) oder das Bewahren und Erlangen eigener Vorteile (Interessenverbände) angelegt. Wer über keine starke Lobby verfügt oder nur in einem begrenzten Lebensabschnitt unter der Katastrophe zu leiden hat, wird nicht ernst genommen. Bei Schülern und Studenten, die sich jetzt nicht engagieren, folgt das böse Erwachen in den späteren Lebensjahren und erst dann werden plötzlich auch viele Eltern erschreckend feststellen, daß die heutige Misere nicht zuletzt sie selbst betraf …

Zwickmühle?

Vom Bürger gewählte Landesregierungen haben nur eine Legislaturperiode Zeit, sich zu bewähren. Sie stehen unter dem Zwang, bis zur nächsten Wahl Erfolge vorzuweisen, um wiedergewählt zu werden. Reformen, deren positive Ergebnisse länger als eine Legislaturperiode auf sich warten lassen, werden als politisch nutzlos angesehen. Maßnahmen, die in ihrer Anfangsphase noch unwirksam und zudem mit Anforderungen an die Bevölkerung, größeren Belastungen oder ungewissen Veränderungen verbunden sind, finden keine Mehrheit. Auch dies erklärt die lange Dauer der Bildungsmisere und die Vielzahl von kleinen Reförmchen – zwar beschränkt in Sinn und Lebensdauer, doch werbewirksam abgestimmt auf Medien- und Wählerwirksamkeit.

Die Erstellung eines Gesamtkonzepts, in dem das Wirkungsnetz der Bildung umfassend zu berücksichtigen wäre, würde eine oder mehrere Legislaturperioden allein mit Vorbereitungszeit, Abstimmung zwischen Parteien und Interessengruppen, Einigung und Beschlußfassung ausfüllen – falls eine Einigung überhaupt gelingt: in und mit allen 16 Bundesländern!

Wie es aussieht, sind wir vom Ende der Bildungsmisere noch weit entfernt. Der Vorschlag von Schulkritik ist die „Reform von unten”: Betroffene Schüler, Eltern und Lehrer werden selbst aktiv!

Demokratischer Zwang

Die „Versuchskaninchen” wehren sich! Wirksame Impulse kommen jetzt von den direkt Betroffenen! Wer mit seinen Bitten und Beschwerden Jahrzehnte lang gegen eine Mauer gelaufen ist, ergreift nun selbst die Initiative. Schüler, Studenten, Eltern und Lehrer haben heute Möglichkeiten, wie sie noch niemals zuvor existierten! Internet!

Neue Wege? Alle erlaubten Mittel zur Förderung der Kritikfähigkeit und Zivilcourage! Demokratischer Zwang: Die Trägheit der Verantwortlichen „stören” und sich Gehör verschaffen! Druck machen! Mißstände veröffentlichen! Vorbilder loben!

Auch die unbeweglich im System gefangenen Lehrer haben zu leiden – unter miesen Kollegen, schlechten Gesetzen und unfähigen Bürokraten! Helfen wir ihnen!

Bildungskontext.eu gibt den Ring frei – und die leichten Siege von untrainierten Profis und schlechten Schauspielern werden zum Thema für Geschichtslehrer!

Dr. Gerhard R. Pelz